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Große Druckaufträge halten die Preise für das Einzelprodukt niedrig

Juli 4th, 2015 · No Comments

Schon bei den einfachsten Einkäufen erlebt der Kunde immer wieder das Phänomen, dass beim Kauf größerer Gebinde die Stückpreise (oder ein auf das Gewicht bezogener Preis) niedriger sind. Die Hausfrau, die für die große Familie Fleisch in einer großen Menge einkauft, profitiert von der Tatsache, dass weniger oft gewogen und verpackt werden muss und der Sonntagsbraten deswegen im Kilopreis deutlich günstiger ist. Wer einmal aufmerksam durch einen großen Einkaufsmarkt spaziert, wird diese günstigeren Preise in vielen Bereichen finden – attraktiv zur Schau gestellt als Sparpaket, als Sonderangebot und so weiter. Zwei Artikel bezahlen, drei bekommen: Auch das ist eine beliebte Strategie der Händler. Und so gelten diese Vergünstigungen auch in vielen Online Shops, vom Fotodienst, der von der Einzelfotografie im gewünschten Format bis hin zum Fotobuch alle Druckerzeugnisse nach Hause liefert, bis hin zum Weihnachtskarten-Shop, in welchem die privaten oder geschäftlichen Weihnachtsgrüße in edler Form in Auftrag gegeben werden können.

Aus der Sicht des Händlers oder Anbieters

Größere Einkäufe, Aufträge und Bestellungen bedeuten für einen Geschäftsinhaber meist höhere Umsätze für einen vergleichsweise niedrigen Aufwand. Wenn ein Händler für seine Waren oder Erzeugnisse einen Preis kalkuliert, muss er jeden Aufwand, den er betreibt, in den Preis einrechnen. Dazu kommt eine gewisse Gewinnspanne, denn jedes Geschäft kann nur überleben, wenn auch eine positive Bilanz das Ende des Geschäftsjahres krönt. Also wird der Geschäftsmann (und natürlich die Geschäftsfrau) einmal alles zusammen tragen, was an Auslagen mit dem Verkauf eines Produktes zusammenhängt. Das sind zum einen die Kosten für sein Ladenlokal (im Offline Handel), das Lager, die Wirtschaftskosten von Strom bis Telefon und alles, was für den grundsätzlichen Betrieb eines Geschäftes von Nöten ist. Im Online Handel braucht man keine Pacht für einen Laden, wohl aber für ein Lager zu bezahlen, hat dafür Ausgaben für die Homepage, Suchmaschinenoptimierung und andere Werbemaßnahmen (und so weiter). Die Liste aller einzelnen Kostenfaktoren ist lang und detailliert – und von Inhaber zu Inhaber beziehungsweise je nach Geschäftsmodell verschieden.

Ein nächster Posten ist das Personal. Selbst arbeiten spart hier Kosten, aber natürlich will man für seine Mühen auch belohnt werden. Ist die Arbeit nicht mehr alleine, sondern nur mit Angestellten zu schaffen (oder muss mit Geschäftspartnern gearbeitet werden), so sind auch diese Ausgaben mit in die Kalkulation einzubeziehen. Was dem Laden in der Stadt die Dekoration der Auslagen und Schaufenster bringt, punktet beim Online Shop ein anwenderfreundliches und barrierefreies Webdesign, das zumeist in Auftrag gegeben werden muss – wieder Kosten für beide Geschäftstreibende. Selbstverständlich kommen dann noch die Einkaufspreise für Materialien, die Bearbeitungskosten, Verpackung und Versand dazu – danach wird ermittelt, welcher Verkaufspreis (plus Steuer) für welche Produkte angesetzt werden kann.

- Der Grußkarten Shop – ein konkretes Beispiel:

Der Online Shop für das Bestellen von Weihnachtskarten bietet für seine Kundschaft auch den Service an, die Karten gleich in verschiedenen Ausführungen bedrucken zu lassen. Das bedeutet – nur kurz überblickt – er muss ein Lager für die im Sortiment befindlichen Karten haben. Über seine Homepage betreibt er Kundenakquise – um im Web erfolgreich zu sein, muss die Seite bestimmte Kriterien erfüllen. Da dies für einen Laien und mit kostenfreier beziehungsweise sehr günstiger Software kaum zu schaffen ist, beauftragt man einen Spezialisten. Die Seite kostet gutes Geld, gewährleistet dafür einen professionellen Auftritt hinsichtlich der Kunden UND der Suchmaschine. Für die zusätzliche Serviceleistung des Bedruckens müssen Geräte angeschafft werden oder muss ein leistungsstarker Partner gefunden werden. Wieder eine Position im Rahmen der Kalkulation. Nun aber geht es ins Detail: Bestellt ein Kunde 50 Weihnachtskarten ohne Druck, wird der Auftrag schnell abgewickelt. Sollen die 50 Karten jedoch innen und auf dem Kuvert bedruckt werden, sind zwei Arbeitsschritte mit der Lieferung verbunden. Ein Aufwand, der Geld kostet. Nur unwesentlich größer ist der Aufwand, wenn statt der 50 Karten 100, 1000 oder 5000 Karten bestellt werden. Der Druckauftrag wird angenommen, verarbeitet, die Weihnachtskarten werden herausgesucht und schließlich bedruckt in den Versand an den Kunden gegeben. Hierbei spielt die Stückzahl eine definitiv untergeordnete Rolle. Mit der höheren Stückzahl erhöht sich der Tintenverbrauch beim Bedrucken, steigen Verpackungs- und Transportkosten, braucht das Personal oder der Partner mehr Zeit. Dennoch kann mit wachsender Stückzahl immer günstiger kalkuliert werden. Diese vergünstigten Herstellungsoptionen gibt man an seine Kunden weiter, schafft attraktive Angebote und gewinnt somit Käufer, die gerne wieder einen Auftrag zum Erstellen individuell bedruckter Weihnachts-Grußkarten oder ähnlicher Produkte erteilen.

Der größere Auftrag aus der Sicht des Kunden

Auch der Kunde kalkuliert beim Einkauf. Er hat ein Budget zur Verfügung, möchte attraktive Produkte erwerben, diese aber so günstig, wie möglich beziehen. Sollte dies machbar sein, wird er gerne auf größere Chargen zurückgreifen und dankend die günstigeren Stückpreise annehmen. So wie aber der Single selten eine Großpackung Bratenfleisch kaufen wird, kann – um bei den genannten Beispielen zu bleiben – der kleine Handwerksbetrieb nicht 5000 fertig bedruckte und womöglich mit einer Jahreszahl versehene Weihnachtskarten bestellen. Das Prinzip, in größerer Menge günstiger einkaufen zu können, ist also nicht allgemeingültig auf alle Produkte anwendbar.

- Das Fallbeispiel

Der Kunde, der sich im Weihnachtskarten Shop die Grußkarten für private oder geschäftliche Verwendung bestellt, bekommt beispielsweise einen Stückpreis pro Karte inklusive Kuvert genannt. Für jeden zusätzlichen Service wird ein, wieder von der Stückzahl abhängiger, Aufpreis anberaumt. Nun muss der Kunde abwägen, in wie weit er selbst das handschriftliche oder gedruckte Beschriften der Karten übernehmen kann oder will – oder ob der Service so viel Zeit und Aufwand einspart, dass man den Preis gerne bezahlt. Der Unternehmer, der 5000 Karten in die ganze Welt verschickt, muss bedenken, dass er Stunden, wenn nicht Tage in die Erledigung dieser Aufgabe investieren muss, sofern er selbst bedruckt oder schreibt (oder diese gegen Lohn an Personal vergibt). Da rechnet sich das Bedrucken-Lassen zu einem bei dieser Stückzahl sehr niedrigen Einzelpreis in jedem Fall. Für die Familie, die den Verwandten und einigen Freunden eine Karte schreiben möchte, stellt sich allerdings schnell die Frage nach der Effizienz einer solchen Massenbestellung, die zwar sehr günstige Einzelpreise verspricht, aber ansonsten als eher unsinnig zu bewerten ist.